(Säuglinge, Kleinkinder, Jugendliche und Erwachsene)

Die Vojta-Therapie wurde vom Kinderneurologen Vaclav Vojta und seinen Schülern primär für die Behandlung von Säuglingen und Kindern mit Entwicklungsstörungen und/oder Hirnschädigungen angewandt, hielt aber auch immer mehr Einzug in der Therapie von Erwachsenen mit neurologischen Schädigungen. Er stellte fest, dass jeder Mensch die Bewegungsentwicklung im Gehirn genetisch gespeichert hat. Er entdeckte, dass diese Bewegungsabläufe bei behinderten Kinder auch angelegt, aber blockiert sind. Durch empirisches Experimentieren an schwerst bewegungsgestörten Kindern, fand er den Zugang zu den genetisch veranlagten Bewegungsabläufen in Rücken-, Bauch-, und Seitenlage. Durch spezielle Druckpunkte am Rumpf, Armen und Beinen werden die genetisch veranlagten Bewegungsabläufe ausgelöst, sowohl bei gesunden, als auch bei bewegungsgestörten Säuglingen. Als Reaktion auf die ausgeübten Reize kommt es neben der geraden Einstellung der Wirbelsäule zur normalen Einstellung der Gelenke auch zu einer ausgewogenen Muskelarbeit. Wird dieser normale Bewegungskomplex beim Säugling früh genug stimuliert, bevor sich falsche Bewegungen breitgemacht haben, dann kann sich, so Vojta z. B. eine Hemiparese nicht ausbilden. Die Stimulierung der blockierten Gehirnanteile, durch Bahnung der normalen, komplexen Bewegungsabläufe sollte 3 – 4 mal am Tag erfolgen. Die Eltern werden durch die Therapeutin angeleitet und üben täglich mit dem Kind. Nach der Behandlung bewegt sich das Kind auf dem Boden. Durch freie Bewegung lernt es die gesunden Bewegungsabläufe zu integrieren und baut somit die gestörten Bewegungen ab.

 

Wann sollte mit der Vojta-Therapie begonnen werden?

So früh wie möglich! Das zentrale Nervensystem des Menschen ist durch die ihm eigene Plastizität gerade im ersten Lebensjahr sehr formbar und bedingt einen möglichst frühen Therapiebeginn, um die Effektivität so gut es geht auszunutzen.

Warum schreien Kinder bei der Vojta-Therapie?

Vojta ist eine Therapieform, die sehr anstrengend für das Kind ist. Dabei kommt das Kind an seine Leistungsgrenze, deren Auswirkungen es während der Therapiesituation oftmals mit einem Schreien oder Schimpfen beantwortet. In dem Wissen, dass die Therapie keine Schmerzen verursacht, können die Eltern lernen mit dem Schreien umzugehen und die Therapie mit entsprechender Motivation sinnvoll durchführen.

Indikationen:

  • Kopf- und Körperschiefhaltungen
  • Wirbelsäulenverkrümmungen
  • Schiefhals
  • Hüfterkrankungen, Dysplasien
  • periphere- und zentrale Bewegungsstörungen
  • Blasen- und Mastdarmstörungen
  • Arthrogryposis
  • Atemwegserkrankungen
  • Mundfunktionsstörungen und Schluckstörungen

Vojta wird vom Arzt unter der Bezeichnung „KG ZNS Vojta“ verordnet.

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